Chemie- und Pharmaunternehmen betreiben klassische Forschung und Entwicklung — Wirkstoffsynthese, Formulierungsentwicklung, Prozessoptimierung, analytische Methodenentwicklung. Viele dieser Tätigkeiten erfüllen die Frascati-Kriterien mühelos. Die Forschungszulage kommt zusätzlich zu projektgebundenen Förderprogrammen — sie ist eine steuerliche Gutschrift auf die laufenden Personalkosten.
In der Chemie und Pharma ist die Abgrenzung oft einfacher als in der Software: Laborarbeit mit offenem Ausgang, Synthese neuer Verbindungen, Scale-up von Laborprozessen auf Produktionsmaßstab — das ist klassische FuE. Entscheidend: Es muss eine technische oder wissenschaftliche Ungewissheit geben, nicht nur eine wirtschaftliche.
| Vorhaben | FuE? | Begründung |
|---|---|---|
| Synthese neuer Wirkstoffkandidaten | ✓ | Reaktionsausbeute und Selektivität unsicher |
| Formulierungsentwicklung mit neuartigen Trägersystemen | ✓ | Bioverfügbarkeit und Stabilität unklar |
| Scale-up von Labor- auf Produktionsmaßstab | ✓ | Prozessparameter bei neuer Größenordnung unbekannt |
| Entwicklung neuer Analysemethoden (HPLC, MS) | ✓ | Nachweisgrenzen und Reproduzierbarkeit unsicher |
| Katalysatorentwicklung für effizientere Synthesen | ✓ | Aktivität und Langzeitstabilität neuartig |
| Routineanalytik mit etablierten Methoden | ✗ | Standardverfahren, kein neues Wissen |
| GMP-Produktion nach bekanntem Verfahren | ✗ | Bekannter Prozess, keine Ungewissheit |
| Umverpackung oder Relabeling | ✗ | Keine FuE-Tätigkeit |
Chemie/Pharma-Unternehmen haben häufig gemischte Teams: Chemiker, Biologen, Pharmazeuten, Ingenieure arbeiten an FuE-Projekten, aber auch an Routinetätigkeiten. Die saubere Trennung des FuE-Anteils pro Mitarbeiter ist entscheidend. Mehr zu Personalkosten →
Kombination mit anderen Förderungen: Die Forschungszulage kann parallel zu projektgebundenen Förderungen (ZIM, BMBF, EU) beantragt werden — für die gleichen Personalkosten. Sie müssen nur sicherstellen, dass die Gesamtförderintensität die EU-Beihilfegrenzen nicht überschreitet.
Laborkosten: Sachkosten für Chemikalien, Reagenzien und Verbrauchsmaterialien sind nicht direkt förderfähig. Aber ab 2026 deckt die 20% Gemeinkostenpauschale einen Teil dieser Kosten pauschal ab.
Ja. Die Forschungszulage ist eine steuerliche Gutschrift und kann parallel zu projektgebundenen Förderprogrammen laufen. Die gleichen Personalkosten können angesetzt werden — solange die EU-Beihilfegrenzen nicht überschritten werden.
Nicht direkt als Sachkosten. Aber ab 2026 deckt die 20% Gemeinkostenpauschale einen Teil dieser Overhead-Kosten pauschal ab. Außerdem: Wenn Sie externe Labore mit FuE beauftragen, kann das als Auftragsforschung gelten (70% der Vergütung förderfähig).
Phase-I- und Phase-II-Studien werden in der Regel als experimentelle Entwicklung eingestuft und sind förderfähig. Phase-III-Studien können je nach Fragestellung ebenfalls FuE sein, wenn sie technisch-wissenschaftliche Ungewissheit beinhalten und nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllen.
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