Lebensmittelhersteller investieren oft in Rezepturentwicklung, Haltbarkeitstests, neue Verarbeitungsverfahren und Verpackungsinnovation — ohne zu wissen, dass ein Teil dieser Arbeiten als FuE förderfähig ist. Entscheidend: Es muss eine technische Ungewissheit bestehen, nicht nur ein neues Produkt entwickelt werden. Die Reformulierung eines Joghurts ist keine FuE — die Entwicklung eines neuartigen Fermentationsprozesses schon.
Die Grenze liegt zwischen Produktentwicklung (bekannte Methoden, vorhersehbares Ergebnis) und echter Forschung (technische Frage, deren Antwort offen ist). Die BSFZ prüft kritisch: Rezept-Variation allein reicht nicht. Es braucht eine technische oder wissenschaftliche Fragestellung.
| Vorhaben | FuE? | Begründung |
|---|---|---|
| Neuartiger Fermentationsprozess für pflanzliche Proteine | ✓ | Sensorik und Textur bei Scale-up unsicher |
| Clean-Label-Reformulierung mit funktionalen Alternativen | ✓ | Technologische Funktionalität der Substitute unsicher |
| Hochdruckbehandlung (HPP) für neue Produktkategorie | ✓ | Inaktivierungskinetik bei neuem Matrixtyp unbekannt |
| Bioaktive Verpackung mit antimikrobieller Funktion | ✓ | Migrationseigenschaften und Wirksamkeit unsicher |
| Enzymatische Proteinhydrolyse für Sporternährung | ✓ | Hydrolyseprofil und Bioverfügbarkeit neuartig |
| Neue Geschmacksrichtung mit bekannten Aromen | ✗ | Rezeptvariation, keine technische Ungewissheit |
| Verpackungs-Redesign (neues Etikett, Form) | ✗ | Design, keine Forschung |
Lebensmittelhersteller haben oft Labore mit spezialisierten Lebensmitteltechnologen. Deren Personalkosten sind förderfähig, wenn sie an FuE-Vorhaben arbeiten. Die 20% Gemeinkostenpauschale ab 2026 deckt einen Teil der Laborkosten pauschal ab.
Auftragsforschung: Kooperationen mit Fraunhofer, Max Rubner-Institut oder Universitäten sind häufig. 70% der Vergütung an diese Partner sind zusätzlich förderfähig.
Sensorik als Forschungsfrage: Wenn Ihre technologische Herausforderung in der Sensorik liegt (Textur, Mundgefühl, Stabilität) und das Ergebnis nicht vorhersehbar ist — das ist FuE.
Nein. Eine neue Geschmacksrichtung mit bekannten Zutaten ist Produktentwicklung, keine Forschung. FuE liegt vor, wenn eine technische Frage offen ist: Funktioniert der neue Stabilisator? Ist die Textur mit pflanzlichen Proteinen reproduzierbar? Wie verhält sich die Haltbarkeit bei neuem Verfahren?
Wenn Sie ein neuartiges Verfahren oder eine neue Formulierung testen und das Ergebnis unsicher ist — ja. Routinemäßige Haltbarkeitstests für bestehende Produkte sind Qualitätskontrolle, keine FuE.
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