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Forschungszulage für GmbH-Geschäftsführer

Können Sie als GmbH-Geschäftsführer Ihr eigenes Gehalt für die Forschungszulage ansetzen? Ja — aber die Regeln sind komplex. Dieser Leitfaden erklärt die Unterschiede zwischen Anstellungsvertrag und Unternehmerlohn, und wie Sie die vGA-Falle vermeiden.

Die Grundregel

Als GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer mit Anstellungsvertrag ist Ihr Gehalt anteilig förderfähig — für die Stunden, die Sie tatsächlich an FuE arbeiten. Ihr Gehalt wird wie das eines normalen Arbeitnehmers behandelt: Es zählt zu den Personalkosten.

Voraussetzung: Angemessenheitsprüfung (Fremdvergleich). Das Gehalt muss dem entsprechen, was ein fremder Dritter in vergleichbarer Position erhalten würde. Ist das Gehalt unangemessen hoch, droht eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) — und die ist nicht förderfähig.

Anstellungsvertrag vs. Unternehmerlohn

GmbH-GF mit AnstellungsvertragEinzelunternehmer / Personengesellschaft
AnsatzTatsächliches Gehalt (anteilig FuE)Fiktiver Unternehmerlohn
StundensatzErgibt sich aus Gehalt100 €/Stunde (ab 2026)
Max. StundenTatsächliche FuE-StundenMax. 40 Std./Woche
NachweisStundenaufzeichnung + AngemessenheitStundenaufzeichnung
Typische FörderhöheHöher (reales Gehalt)Geringer (100 €/h)

vGA vermeiden — die 3 Regeln

1. Fremdvergleich einhalten: Ihr GF-Gehalt muss marktüblich sein. Orientierung: Gehaltsstrukturuntersuchungen der Kammern, BBE-Statistiken. Ein GF-Gehalt von 200.000 € bei einer GmbH mit 500.000 € Umsatz fällt auf.

2. FuE-Anteil dokumentieren: Führen Sie eine Stundenaufzeichnung, die klar zeigt, welchen Anteil Ihrer Arbeitszeit Sie an FuE-Projekten arbeiten. Nicht pauschal „50%" — sondern projektbezogen.

3. Angemessene Gesamtausstattung: Gehalt + Tantieme + Dienstwagen + Pension = Gesamtbezüge. Die Gesamtausstattung darf nicht unangemessen sein. Das Finanzamt prüft die Summe, nicht die Einzelteile.

Rechenbeispiel

GmbH-GF, Gehalt 150.000 €/Jahr, 30% FuE-Anteil:
FuE-Personalkosten GF: 150.000 × 30% = 45.000 €
+ Team (3 Entwickler × 85.000 €) = 255.000 €
= 300.000 € Personalkosten gesamt
+ 20% Gemeinkostenzuschlag = 360.000 €
× 35% (KMU) = 126.000 € Förderung

Davon entfallen auf den GF-Anteil: 45.000 × 1,2 × 0,35 = 18.900 €

Häufige Fehler

Pauschale FuE-Zuordnung: „Ich arbeite ungefähr die Hälfte an FuE" reicht nicht. Stundenzettel sind Pflicht — idealerweise projektbezogen, wöchentlich geführt.

Gehalt erst für FuE erhöhen: Eine Gehaltserhöhung zeitgleich mit dem FZulG-Antrag sieht nach Gestaltung aus. Das Gehalt sollte unabhängig von der Förderung angemessen sein.

Allein-GF ohne Team: Wenn der GF der einzige FuE-Mitarbeiter ist, prüft das Finanzamt besonders genau. Nicht unmöglich, aber die Dokumentation muss lückenlos sein.

Unsicher, wie Sie Ihr GF-Gehalt optimal ansetzen?

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