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Steuerbrutto — Die Bemessungsbasis der Forschungszulage

Aktueller Stand: Regime 2026 (Investitionsbooster ab 01.01.2026)

Die Bemessungsgrundlage der Forschungszulage basiert auf dem Steuerbrutto (§2 LStDV) — nicht auf dem Gesamtbrutto. Auf das Steuerbrutto kommen Arbeitgeber-Sozialversicherungsbeiträge und ab 2026 die 20% Gemeinkostenpauschale. Bei einem KMU-Fördersatz von 35% ergibt sich eine effektive Rückerstattung von über 50% des Steuerbrutto — steuerfrei.

Was ist das Steuerbrutto?

Das Steuerbrutto ist der steuerpflichtige Arbeitslohn nach §2 der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung (LStDV). Es umfasst alle Bezüge, die der Lohnsteuer unterliegen:

Zum Steuerbrutto gehören: Grundgehalt, Sachbezüge (z.B. Dienstwagen), Prämien und Boni, geldwerte Vorteile, vermögenswirksame Leistungen (AG-Anteil), Überstundenvergütung (steuerpflichtiger Teil).

Nicht zum Steuerbrutto gehören: Steuerfreie Zuschläge für Nacht-/Sonn-/Feiertagsarbeit (§3b EStG), steuerfreie Reisekostenerstattungen, steuerfreie Sachbezüge unter der 50-€-Freigrenze, Kindergeld.

Wo finde ich das Steuerbrutto? Zeile 3 der Lohnsteuerbescheinigung des Mitarbeiters: „Bruttoarbeitslohn". Dieser Wert ist das Steuerbrutto. Alternativ kann Ihre Lohnbuchhaltung den Wert direkt aus DATEV, Lexware oder der Lohnsoftware exportieren.

Steuerbrutto vs. Gesamtbrutto — Der Unterschied

MerkmalSteuerbrutto (§2 LStDV)Gesamtbrutto
DefinitionSteuerpflichtiger ArbeitslohnAlle Bezüge des AG an AN
Steuerfreie ZuschlägeNicht enthaltenEnthalten
Steuerfreie ReisekostenNicht enthaltenEnthalten
Sachbezüge < 50 €Nicht enthaltenEnthalten
LohnsteuerbescheinigungZeile 3Nicht ausgewiesen
FZulG-relevant?✓ Ja — Bemessungsbasis✗ Nein

Häufiger Fehler: Viele Unternehmen und auch einige Berater verwenden das Gesamtbrutto statt des Steuerbrutto. Das führt zu überhöhten Anträgen, die bei der Prüfung durch das Finanzamt korrigiert werden — oder schlimmer: zu Rückforderungen.

Vom Steuerbrutto zur Forschungszulage — Die Berechnung

Die Forschungszulage berechnet sich in drei Stufen:

Rechenbeispiel: Softwareentwickler, KMU, ab 2026
Jahres-Steuerbrutto65.000 €
+ AG-Sozialversicherung (~21%)13.650 €
= Lohnkosten (FZulG-Basis)78.650 €
= Bemessungsgrundlage94.380 €
× KMU-Fördersatz 35%33.033 €
= Forschungszulage (steuerfrei)33.033 €
Effektiver Rückfluss: 33.033 € ÷ 65.000 € Steuerbrutto = 50,8% des Steuerbrutto zurück — steuerfrei.

Skalierung: Was bedeutet das für ein Team?

Die wahre Kraft der Forschungszulage zeigt sich bei mehreren FuE-Mitarbeitern. Die Bemessungsgrundlage kann pro Unternehmen bis zu 12 Mio. € betragen (ab 2026).

TeamØ SteuerbruttoBemessungsgrundlageZulage (KMU 35%)
3 Entwickler65.000 €283.140 €99.099 €
5 Entwickler65.000 €471.900 €165.165 €
8 Entwickler65.000 €755.040 €264.264 €
15 Entwickler70.000 €1.512.000 €529.200 €

Annahmen: 100% FuE-Anteil, KMU-Status, Regime 2026 mit 20% GK-Pauschale, AG-SV ~21%.

Praxis: Steuerbrutto richtig ermitteln

Schritt 1: Lohnsteuerbescheinigungen sammeln. Für jeden FuE-Mitarbeiter die Lohnsteuerbescheinigung des relevanten Jahres anfordern. Zeile 3 = Steuerbrutto.

Schritt 2: FuE-Anteil bestimmen. Nicht jeder Mitarbeiter arbeitet 100% an förderfähigen Projekten. Dokumentieren Sie den zeitlichen FuE-Anteil — das Steuerbrutto wird anteilig angesetzt.

Schritt 3: AG-SV berechnen. Pauschal ca. 20-22% des Steuerbrutto. Die exakten Beiträge ergeben sich aus den Sozialversicherungsmeldungen. Im Förderscan Portal wird das automatisch berechnet.

Schritt 4: Gemeinkostenpauschale addieren. Ab 2026: 20% auf die Summe aus Steuerbrutto + AG-SV. Mehr zur Gemeinkostenpauschale →

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Steuerbrutto und Gesamtbrutto?

Das Steuerbrutto (§2 LStDV) umfasst nur die steuerpflichtigen Bezüge. Das Gesamtbrutto enthält zusätzlich steuerfreie Posten wie Nacht-/Sonntagszuschläge, Reisekostenerstattungen und steuerfreie Sachbezüge. Für die Forschungszulage gilt ausschließlich das Steuerbrutto.

Warum verwendet die Forschungszulage das Steuerbrutto?

Das FZulG verweist in §3 auf die Lohnsteuer-Durchführungsverordnung. §2 LStDV definiert den steuerpflichtigen Arbeitslohn — das Steuerbrutto — als Ausgangspunkt. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, nicht verhandelbar.

Wo finde ich das Steuerbrutto meiner Mitarbeiter?

Zeile 3 der Lohnsteuerbescheinigung: „Bruttoarbeitslohn einschließlich der Sachbezüge". Alternativ über Ihre Lohnbuchhaltung oder den DATEV-Export. Im Förderscan Portal berechnen wir das Steuerbrutto automatisch.

Wie viel Prozent des Steuerbrutto bekomme ich zurück?

Bei einem KMU (35% Fördersatz) ab 2026 mit Gemeinkostenpauschale: über 50% des Steuerbrutto. Die Zulage ist steuerfrei und wird direkt mit der Steuerschuld verrechnet oder ausgezahlt.

Gilt das Steuerbrutto auch für GmbH-Geschäftsführer?

Für angestellte GmbH-Geschäftsführer ja — deren Steuerbrutto fließt in die Bemessungsgrundlage ein. Für Gesellschafter-Geschäftsführer mit Eigenleistungen gelten eigene Regeln: ab 2026 pauschal 100 €/Stunde. Mehr dazu →

Wie viel Zulage steckt in Ihrem Team?

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